Hands up for more – Mini WM Vorrunde in Ilmenau

“Hands up for more” – unter diesem Motto startet am 26.11.2025 die Frauenhandball Weltmeisterschaft in Deutschland und den Niederlanden. Zu diesem handballerischen Großereignis finden deutschlandweit viele Mini WM Turniere statt. Auch der THV richtet solch ein Turnier aus und bildet den offiziellen Spielplan der Weltmeisterschaft ab. Geplant waren 32 Mannschaften. Leider haben sich nur 25 Teams zurückgemeldet. Wir als Spielgemeinschaft HSG Ilm-Kreis haben uns dazu entschlossen, den Jahrgang 2015 aus beiden Mannschaften zusammenzuziehen und als tatsächliche Spielgemeinschaft anzutreten. Das hat zudem noch den positiven Nebeneffekt, dass sich die zukünftige D-Jugend in Teilen schon mal näherkommt. In einem ersten gemeinsamen Training in der Vorwoche konnten sich die Kinder und auch die Trainer schon mal näher kennenlernen und der erste Eindruck vom Team viel äußerst positiv aus.

HSG Island – es wird angerichtet
HSG Island: Steffen (T), Annalena (1), Emil (12), Tim (11), Phil (3), Edwin (19), Friedrich (5), Mila (3), Emily (1), Pascal (T),
Tony, Hugo (6), Vincent (11), Micha

Die Losfee hielt für uns Ísland als Nation bereit, die es zu vertreten galt. Damit landeten wir in Gruppe C zusammen mit Deutschland (Thüringer HC LSZ II) und Serbien (JSG Großburschla/Schnellmannshausen). Der vierte Platz in der Gruppe, Uruguay, blieb leider unbesetzt. (Þvílík synd)

Spielort unserer Gruppe war die heimische Ilm-Sporthalle, der Modus denkbar einfach: jeder gegen jeden in einem Hin- und Rückspiel, 2×10 Minuten pro Spiel. Platz eins und zwei qualifizieren sich für die Hautrunde, Platz drei spielt im Präsidents-Cup weiter.

Micha mit starken Paraden!
Eyjafjallajökull – Edwin nicht zu stoppen: 10 Tore im Rückspiel vs Deutschland

Aber genug der Vorrede, ran an die Spiele. Los ging es in der ersten Partie Island gegen Deutschland. Deutschland, neben Senegal, das einzige Team, welches sich noch krasser an der originalen WM orientiert: alles Damen bzw. Mädchen. Ok, das ist Natur der Sache beim THC und klar nicht zu unterschätzen. In den ersten Minuten ging es vor allem darum, sich halbwegs als Mannschaft zurecht zu finden. Das funktionierte in der Offensive sehr gut und Emil und Tim erzielten alle Tore für uns zum 8:4 Halbzeitstand. Auch in der zweiten Halbzeit wurde munter nach vorne gespielt. Leider etwas zum Nachteil der Defensive, denn Deutschland gelang das ein oder andere einfache Tor zu viel. Am Ende stand mit 15:10 der erste Sieg für uns auf dem Board.

Point of view – Island vs Serbien

Nach einem Spiel Pause hieß der nächste Gegner Serbien. Da unweigerlich ein Doppelspiel vor uns lag, ließen wir in der ersten Halbzeit unsere erfahrensten Spieler auf die Platte, in der Hoffnung für ausreichend Stabilität auf der Anzeigetafel zu sorgen und Belastung und Verantwortung in der zweiten Halbzeit entsprechend anders zu verteilen. Der Plan gelang eindrucksvoll: Edwin (6), Vincent (4) sowie Phil, Emil und Tim sorgten für eine äußerst komfortable Pausenführung von 13:1 (brjálaður). In der Abwehr standen wir äußerst stabil und Micha bestätigte mit zwei unfassbaren Fußreflexen seine Form im Tor (töframaður). Zudem sorgte seine schnelle Spieleröffnung für starke Umschaltmomente und so konnten wir das Spielfeld häufig mit der ersten Welle überbrücken. Die zweite Halbzeit begann dann mit unserem Damentrio bestehend aus Emily, Annalena und Mila, flankiert von Hugo am Kreis und Tony. Tim blieb als Spielmacher weiter auf der Platte. Zudem wurde die Abwehr auf 1:5 umgestellt, wobei Tim die „1“ gewohnt sehr offensiv interpretiert (Það var ljóst). In der Vorwärtsbewegung lief es weiter sehr gut und Tim konnte durch einige schnelle Balleroberungen das Team gut in Szene setzen. Dabei gelang Mila ein Doppelpack sowie eine starke Vorlage. Besonders erwähnenswert ist der Treffer von Emily: es war nicht nur ihr erstes Tor heute, sondern, nach etwas Pech im Abschluss in den vorherigen Spielen, endlich ihr erster Saisontreffer überhaupt (fyllilega verðskuldað!). Die Umstellung auf eine 1:5 Abwehr ermöglichte es Serbien nun auch die Nahwurfzone zu bespielen und wir mussten nun auch etwas mehr Abwehrarbeit verrichten. Auffällig gut gelang dies Annalena, die mit starkem körperlichen Einsatz ihre Gegenspieler immer wieder aus der Nahwurfzone schieben konnte und dabei nahezu ohne Stoppfouls ausgekommen ist. Eine feine Klinge, die sie da ausgepackt hat. Zudem gelang ihr ebenfalls ein Treffer. Den Schlusspunkt zum 19:3 Sieg setzte dann Hugo vom Kreis.

Regel 6.1: „Der Torraum, einschließlich Torraumlinie, ist betreten, wenn er von einem Feldspieler mit irgendeinem Körperteil berührt wird.“ – Hugo weiß es, Mila weiß es, alle wissen es (vs Serbien)

Die Hinrunde des heutigen Spieltages war damit beendet. Nach einer kleinen Mittagspause stand nun das Rückspiel gegen Deutschland auf dem Programm. Frisch ausgeruht und voller Tatendrang stellte Edwin mit einem 3-Tore-Lauf recht zügig auf 3:0 (3.) Deutschland brauchte einige Momente, um ins Spiel zu kommen und hielt anschließend gut mit und so entwickelte sich bis zur Pause ein munteres Spielchen. 9:5 für Island hieß es nach zehn Minuten. Wieder war es Edwin, der zu Beginn der zweiten Halbzeit zweimal gut in Szene gesetzt wurde und eiskalt vor dem Tor blieb. Tim und Hugo schafften anschließend einen Abstand von +9, ehe Annalena ihre feine Klinge durch einen Hammer ersetzte, der den Weg für einen Penalty und eine gelbe Karte bereitete (Heyrirðu hver er að hamra?). Letztendlich änderte sich der Spielverlauf aber nicht wesentlich, weil wir hinten insgesamt konsequent verteidigten. Deutschland erzielte in der zweiten Halbzeit lediglich drei Treffer und wir ganze zehn. Endstand somit 19:8. (Gerðu það. Takk fyrir.)

Kampf um den Ball – Serbien vs Deutschland

Im letzten Spiel der Vorrunde ging es für uns nochmal gegen Serbien und für Aufstellung als auch für Taktik wurde der große Shuffle Knopf gedrückt. Einzig Hugo am Kreis und Friedrich auf Linksaußen behielten ihre gewohnte Position bei. Der Rest konnte sich mehr oder weniger aussuchen, wo er oder sie spielen wollten und so probierte sich Annalena diesmal als Spielmacherin aus. Tim spulte noch mal einige Meter als Rechtsaußen ab, Tony fand sich halbrechts wieder und für die anderen fanden wir in den nächsten 20 Minuten auch noch ein Plätzchen im Getümmel. Spielerisch wurden die Probanden dann doch aber an die sehr kurze Leine gelegt: Aufbauspiel war angesagt. Egal, ob nach schneller Balleroberung, nach einem Tor oder nach Abwurf: keine Fackel mehr über die halbe Halle. Zudem kam in der zweiten Halbzeit wieder die 1:5 Abwehrformation hinzu. Bis auf ein, zwei Aussetzer, hielt sich das Team an diese Anweisungen und somit Stand nach Abpfiff mit 21:5 der vierte Sieg im vierten Spiel fest. Die Vorrunde beenden wir somit ungeschlagen mit 8:0 Punkten und einer Tordifferenz von +48 als Tabellenführer.

Annalena mit vollem Einsatz in der Abwehr (vs Serbien)

Somit kann man eigentlich nur ein positives Fazit ziehen. Das Team hat sich schnell gefunden und wusste vor allem offensiv klar zu überzeugen. Auffällig: von elf Feldspielern konnte sich zehn in die Torschützenliste eintragen. Ebenfalls besonders positiv und für den weitere Turnierverlauf von großer Bedeutung ist die Ausgewogenheit der Mannschaft. Bei den vielen verschiedenen Aufstellungen konnte man gut sehen, dass das Niveau sehr ausgeglichen ist und wir auf allen Positionen sehr gut aufgestellt sind. Das ist gut, um Kräfte zu schonen und Verantwortung zu verteilen. Hier möchte ich auch noch Friedrich erwähnen, der als Linksaußen mit seinen klugen Laufwegen und seiner immensen Ausdauer immer wieder Löcher in der gegnerischen Abwehr aufgerissen hat. Eine Stärke von ihm, die wir schon beim Ligaspieltag in Erfurt gegen uns erleben konnten. Schön, dass wir jetzt als HSG Island auf diese Stärke zurückgreifen können. Defensiv gibt es noch einige Sachen, die besser umgesetzt werden müssen. Gerade, wenn die Gegner dann schwerer werden. Daran arbeiten wir weiter.

Erlebnis vor Ergebnis – die Anhängerschaft aus Serbien

Ein besonderer Dank und vor allem ganz viel Respekt geht raus an den Anhang von Serbien. Deutschland und wir haben als Gastgeber haben gut Krach gemacht, aber eure Stimmung und eure Liebe zum Detail haben die ganze Halle bereichert und für alle Kinder eine weltmeisterliche Atmosphäre geschaffen. Ich hoffe, ihr lest das! Nochmals vielen Dank!

Respekt und Fairplay – jederzeit, überall

Vielen Dank auch an Pascal, Trainer der HSG Ilm-Kreis I, an alle Helfer in der Halle, an die Schiedsrichter und an das Kampfgericht und natürlich an unsere Anhänger. Es hat sehr viel Spaß gemacht!

Weiter geht es für die HSG Ilm-Kreis II am 15.11. mit dem letzten Vorrundenspieltag der Staffel 3 in Auma. Die HSG Island bestreitet am 29./30.11. die Mini-WM-Hauptrunde. Bis dahin wünschen wir allen eine schöne Zeit und schaut euch Live-Sport an wo immer ihr könnt. Gerne auch bei uns in den Hallen des Ilm-Kreises. Sé þig!

(SK)

Hands up for more – nächster Halt: Hauptrunde