Spitzenspieltag in Ilmenau

Team/Tore heute: Micha, Eric, Odin, Milan (2), Nils, Tim (5), Justus, Emil (5), Malte, Phil (4), Emily (1), Mila (1), Edwin (20)

Zum 4. Spieltag in der Regionsoberliga begrüßten wir in der heimischen Ilm-Sporthalle am vergangenen Wochenende den Tabellenführer aus Oberdorla, den zweitplatzierten Jena 1 und Jena 2 als fünftplatzierten. Mit uns als Tabellendritten warteten also nur Toppspiele auf alle Mannschaften.

Die Vorbereitung unter der Woche gestaltete sich leider für uns etwas schwierig. Neben kleinen Wehwehchen hatten wir auch mit größeren Blessuren zu kämpfen. Wundersalbe, Zauberschwamm und etwas Glück sorgten dafür, dass wir dann doch irgendwie in voller Mannschaftsstärke auflaufen konnten.

Im Eröffnungsspiel wartete dann zunächst die Zweitvertretung aus Jena auf uns, die sich in ihrem ersten Jahr bisher wacker durch die Vorrunde und vor allem auch durch die Hauptrunde kämpft und nicht zu unterschätzen ist. Die Partie startete vor dem heimischen Publikum rasant und wie auch schon der Vorrunde eröffnete Phil mit dem ersten Treffer die Punktejagd. Mit schnellen Balleroberungen und guten Abschlüssen konnten wir den Vorsprung schnell auf 3:0 ausbauen, ehe Jena das erste Mal einnetzte. In der Rückwärtsbewegung agierten wir sehr konzentriert und konnten durch schnelle Balleroberungen den Vorwärtsdrang der Jenenser eindämmen und in Zählbares verwandeln. Mit 10:4 ging es in die Pause. Das sah alles gut aus und erste personelle Veränderungen konnten vorgenommen werden. In Halbzeit zwei startete Malte am Kreis und dieser sollte auch gleich die erste Chance haben. Sein Wurf fand jedoch leider nur den Weg an die Latte. Etwas bezeichnend für das, was dann folgen sollte. Von nun an agierte Jena wesentlich zielstrebiger in der Defensive und konnte teilweise unsere Pässe schon in ungefährlichen Zonen abfangen oder unsere Leute gut zustellen. Wir hingegen agierten etwas fahrig im Aufbau und verloren zu schnell und viel zu einfach die Bälle. Aus den paar guten Situationen, die wir noch kreieren konnten, erzielten wir in den ganzen zweiten zehn Minuten lediglich zwei Treffer. Ebenfalls bezeichnend dafür war nach freiem Durchmarsch eine Rückgabe auf den Jenenser Torwart, wo man eigentlich ein sicheres Tor erwartet hätte. So musste Steffen nach gut viereinhalb gespielten Minuten die Handbremse ziehen. Timeout und Neuausrichtung. Doch auch diese und die Umstellung zum Personal und Position aus Halbzeit eins halfen nicht, das Momentum wieder zurückzugewinnen. Immerhin konnten wir defensiv so dagegenhalten, dass Jena in den letzten fünf Minuten auch nur noch ein Treffer gelang. In Summe ging die zweite Halbzeit mit 2:6 verloren und wir zitterten uns mehr schlecht als recht zum 12:10 Sieg. Uff. Das war nicht gut. Immerhin fragt hinterher keiner mehr nach dem „Wie“ und es zählen nur die zwei Punkte.

Nachdem sich der Rauch in der Kabine wieder verzogen hatte und nach einem Spiel Pause zum Runterkommen, wartete dann Oberdorla auf uns. Als souveräner Gruppenerster ihrer Vorrundenstaffel, als Sieger der Mini-MW im Dezember und als derzeitiger Tabellenführer der diesjährige Endgegner. Erstmal erzielte Edwin jedoch mit einer starken 1:1 Aktion den ersten Treffer. Bei Milan hallte die Kabinenansprache im Anschluss noch etwas nach. Sein zu rabiates Einsteigen in der Abwehr hatte einen Penalty für den Dorfclub zur Folge. Dieser wurde, zu unserem Glück, jedoch nicht gewertet. Den Ausgleich kassierten wir dann dennoch recht schnell. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Die Unkonzentriertheiten aus dem vorherigen Spiel konnte wir nahezu abstellen und Tim agierte wie immer äußerst griffig und sehr ballorientiert in der Abwehr und konnte die Angriffsbemühungen des Gegners ein ums andere Mal schon im Keim ersticken. Auch Micha erwischte seine Topform und konnte einige Bälle entschärfen oder schnelle Gegenstöße einleiten. Offensiv stellte Edwin die Abwehr aus Oberdorla mit seinen 1:1 Situationen immer vor Herausforderungen. Ihm gelangen alle fünf Treffer für uns in Halbzeit eins. Mit etwas mehr Glück (Milan) und teilweise mehr Wurfkraft (Nils) wären vielleicht noch mehr Treffer möglich gewesen, denn wir konnten das Spiel gut in die Breite ziehen und hatten dadurch gute Chancen auf den Außen. Mit einem 5:7 Rückstand ging es schließlich die in die Pause. Spielerisch und kämpferisch sah das alles sehr gut aus. Zwei schnelle Tore vom Dorfclub ließen den Abstand zu Beginn der zweiten Halbzeit auf vier anwachsen. Dennoch hielten wir weiterhin gut mit und konnten den Abstand bis Mitte zweite Halbzeit wieder auf zwei Tore verkürzen. Danach brauchte Tim erstmal eine Pause und wir mussten etwas umstellen. Das hatte zur Folge, dass unsere Abwehr nicht mehr ganz so griffig agierte und unser Angriff ins Stocken geriet. Die schnellen Außen aus Oberdorla nutzten das sehr stark aus und konnten den Abstand wieder auf vier erhöhen. Hintenraus verloren wir noch etwas mehr die Konzentration, aber es gab immerhin keinen kompletten Einbruch. Sekunden vor Schluss erzielte Oberdorla den finalen Treffer zum Endstand von 11:16. Trotz der Niederlage ein sehr gutes Spiel von uns.

Mit einem guten Gefühl ging es im letzten Spiel gegen die Erste aus Jena, ebenfalls verlustpunktfrei Erster in ihrer Vorrundenstaffel. Für Micha rotierte Eric jetzt ins Tor und auch Phil fand sich in der ersten Sieben wieder. Ein bisschen Körperlichkeit tut dem Spiel auch ganz gut. Nach Edwins Dosenöffner war es eben jener Phil, der zum 2:0 netzte. Wie schon gegen Oberdorla gestaltet sich das Spiel offen und kein Team konnte sich absetzen. Bei 7:36 dann ein kleiner Schock: am eigenen Sechser agierte unser Innenblock etwas zu ungestüm und ein energisches Pfeifen ließ dann nicht Gutes erahnen. Der fällige Penalty wurde begleitet von einer 2-Minuten-Zeitstrafe für Edwin. Eine klare Schwächung für uns. Dem erfolgreichen Penalty zum 5:5 Ausgleich folgte die erste Jenenser Führung zum 5:6. Diese sollte jedoch nicht lange Bestand haben und es ging mit einem leistungsgerechten 7:7 in die Pause. Das hatte alles Flashback-Vibes vom ersten Spieltag der Hauptrunde 2024/25. Den vermeintlich besseren Start in die zweiten zehn Minuten erwischte Jena mit der erneuten Führung. Edwin, jetzt wieder dabei und gleich mit drei Treffern, sowie Emil drehten den Rückstand dann in eine komfortable 3-Tore-Führung. Aber auch diese sollte nicht lange Bestand haben, denn Jena gab sich lange noch nicht geschlagen. Edwin wurde jetzt noch stärker zugestellt, was dann in Freiräumen für seine Mitspieler resultierte. Bei 16:27 kam so der große Moment von Mila: ein sauberes Anspiel zentral an den Kreis verwandelte sie sicher zu einer erneuten 3-Tore-Führung. Die Spannung stieg weiter, als Jena den Abstand erneut auf zwei Tore verkürzen konnte. Milan konnte wiederum auf +3 stellen und nach einem abgefangenen Ball in der Abwehr hätte er sogar fast auf +4 stellen konnte. Steffen hatte jedoch seinen Alfred-Moment und kurz zuvor die Timeout Karte gezogen. Bei 1:21 vor Schluss sollten nochmal die Sinne geschärft werden. Leider war es dann eine Auszeit, die kein Trainer so recht gebrauchen kann: statt Ballkontrolle und gut vorbereitetem Abschluss folgten ein Ballverlust und ein Gegentor. Nur noch +2 und noch über eine Minute zu spielen. Ein Tor musste also her. Das gelang. Jena. Gut 35 Sekunden vor Schluss war die komfortable Führung dahin und das große Zittern begann. Immerhin erkannten wir den Ernst der Lage und versuchten jetzt nur noch irgendwie den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Und es gelang. Mit 120 Ruhepuls retteten wir den Sieg über die Zeit. Wieder zwei wichtige Big Points in Hinblick auf die Qualifizierung für das Finale. Ein harter Spieltag liegt hinter uns, aber auch ein sehr erfolgreicher. Abgesehen von der zweiten Halbzeit gegen Jena 2 kann man mit der spielerischen und auch der kämpferischen Leistung voll zufrieden sein. Micha und auch Eric bildeten immer einen starken Rückhalt, defensiv haben wir uns richtig reingekämpft und offensiv fanden wir häufig gute Lösungen, nicht nur in der Tiefe oder im 1:1, sondern auch in der Breite. Der letzte Spieltag führt uns am 26.04. nach Suhl und da wollen wir den Finaleinzug endgültig perfekt machen.

(SK)