Saisonfinale in Erfurt

Nach einer langen Saison mit insgesamt 10 Spieltagen und zusätzlichen drei Spieltagen zur Mini-WM absolvierte unsere gemischte E-Jugend im Jahrgang 2015/2016 am vergangenen Wochenende ihren letzten Spieltag in der Regionsoberliga. Auf uns wartete die Bestenermittlung, das Final 4.

Im Modus jeder gegen jeden mit Hin- und Rückspiel zu jeweils 1×12 Minuten, erwarteten wir die Mannschaften der VSG Oberdorla (verlustpunktfreier Gruppenerster der Liga und somit Favorit auf den Titel), des Nordhäuser SV und der Wölfe aus Erfurt. Kurz zum Personal: Mila fiel verletzt aus, war aber immerhin mit dabei.

Nach einer kleinen Eröffnungszeremonie und einem Spiel Pause, starteten wir gleich gegen den Titelanwärter aus Oberdorla. Wie auch schon in der Hauptrunde eröffnete Edwin mit seinem ersten Treffen das Spiel und es entwickelte sich ein munteres Hin und Her in den ersten Minuten mit schnellen Toren auf beiden Seiten. In der 5. Minuten zog der Dorfclub dann aber das erste Mal mit drei Toren davon. Edwin, erst mit Verwarnung und dann mit einem Tor, und anschließend Emil, konnten den Abstand dann jedoch innerhalb einer Minute wieder auf -1 verkürzen. Das war es dann aber auch leider schon mit unserer Offensivabteilung. In den zweiten 6 Minuten gelang uns leider kein weiterer Treffer mehr. Entweder haben wir die Bälle zu leicht hergeschenkt oder aus aussichtsreicher Position den Torwart angeworfen. Ein sehenswerter Air-Spin-Move Treffer von Edwin wurde leider nicht gewertet. Pech kam also auch noch hinzu. Die damit einhergehende Frustration wirkte sich leider auch auf unsere Defensive aus und wir hatten eigentlich keinen Zugriff mehr. Somit ging das erste Spiel leider recht deutlich mit 13:5 verloren.

Nach einem Spiel Pause folgte zugleich das Rückspiel. Um in der Defensive wieder etwas mehr Zugriff zu bekommen und einen geordneten Spielaufbau zu ermöglichen, stellen wir in der Deckung auf 5:1 um. Das Ergebnis aus dem ersten Spiel hinterließ jedoch eindeutig Spuren und so richtig wollte uns auch wieder nur wenig gelingen. Die Bälle wurden vorne einfach zu schnell und vor allem viel zu einfach verloren, sodass wir sehr oft nur noch hinterlaufen konnten. Die Offensive stockte weiter und eine konstante Zielsicherheit wollte sich einfach nicht einstellen. Bei der VSG rollte der Ball hingegen fluffig durch die Reihen und somit endete das Spiel mit einer weiteren Niederlage (14:5).

In der nächsten Pause bestand nun die Möglichkeit, den großen Resetknopf zu drücken. Doch nach den ersten drei gespielten Minuten in der ersten Partie gegen den NSV, schienen alle guten Vorsätze wieder verpufft zu sein. Mit einem 5:0 Lauf wurden wir nahezu überrollt. Das rettende TTO war da schon fast ein Akt der Verzweiflung. Da waren einige Felsbrocken im Getriebe und nicht nur Sand. Immerhin: nach der Auszeit mal wieder ein Lebenszeichen von uns durch Emil und dem 1:5. Der Treffer schien tatsächlich etwas bewirkt zu haben, denn jetzt bekamen wir in der Abwehr deutlich mehr Zugriff. Zudem haben wir durch gelungene Aktionen im Angriff unser Selbstvertrauen wiedergefunden und uns so nach und nach in das Spiel reingearbeitet. Klar, alles kann man gegen den NSV nicht verhindern und die 5 Tore waren schon eine krasse Hypothek, aber Fakt ist auch: nach dem TTO haben wir das restliche Spiel mit 5:4 „gewonnen“. In der emotionslosen Statistik wurde zwar die nächste Niederlage notiert (9:5), aber dennoch überwog das Gefühl, mit einer konzentrierten Leistung hier doch noch etwas zu erreichen.

Mit eben diesem guten Gefühl ging es dann auch in die zweite Partie gegen Nordhausen. Und das Gefühl wurde in zählbares auf der Platte umgesetzt. Edwin, im vorherigen Spiel noch nahezu abgemeldet, erzielte für uns den ersten Treffer und hatte anschließend nach einem freundschaftlichen Foul von seinem Kumpel Wilhelm sogar noch die Möglichkeit, mit einem Penalty auf 2:0 zu erhöhen. Passend zum bisher Spieltag blieb diese Möglichkeit leider ungenutzt und somit entwickelte sich ein offenes und aus neutraler Sicht spannendes Spiel zwischen den beiden Mannschaften, in dem sich keiner absetzen konnte. Das lag zum einem an unseren sehr guten Abwehrarbeit und Eric im Tor und zum anderen daran, dass wir vorne aus sehr guten Abschlusspositionen viel zu wenig gemacht haben. Nach 12 aufreibenden Minuten haben wir es dann aber vollbracht: der erste Sieg (9:8) wurde notiert und um bei der Metapher zu bleiben: die Steine aus dem Getriebe fielen uns nun vom Herzen. Endlich sind wir im Turnier angekommen.

Zu guter Letzt ging es nun in zwei Spielen gegen die Wölfe aus Erfurt. Wieder eröffnete Edwin mit dem 1:0 das Spiel für uns. In der Abwehr hatten wir von Beginn an Zugriff und so konnte Emil nach Ballgewinn mit einem Doppelschlag auf 3:0 erhöhen, ehe die Wölfe ihren ersten Treffen erzielten. Doch mit breiter Brust ging es weiter voran. Edwin, Phil und Emil erhöhten bis zur 4. Minuten auf 6:2 und zwangen die Wölfe in die Auszeit. Nach dieser kehrte Edwin leider nicht mehr auf die Platte zurück und musste verletzungsbedingt pausieren. Doch das störte unseren Spielfluss überraschend wenig. Tim und allem voran Emil übernahmen viel Verantwortung und trauten sich mit jeder gelungenen Aktion mehr und mehr zu. Das Spiel selbst hätte nicht ausgeglichener sein können: auf ein Tor der Wölfe folgte ein Tor für uns und wir konnten den Abstand konstant bei +4 halten, ehe Erfurt zwei Sekunden vor Schluss dann doch noch auf 3 verkürzen konnte. Ein unnötiges Gegentor, was im direkten Vergleich noch wichtig werden sollte. Aber der Reihe nach. Mit einem 11:8 Sieg wurden weitere 2 Punkte auf unser Konto gebucht und wir rutschten vom vierten auf den dritten Platz vor. Doch der Sieg wurde teuer bezahlt, denn mit Edwin verloren wir verletzungsbedingt unseren bis dahin treffsichersten Spieler.

Vor dem letzten Spiel gestaltete sich die Lage nun wie folgt: mit einem Sieg, einem Unentschieden, oder einer Niederlage mit maximal zwei Toren, würden wir den dritten Platz sicher haben. Eine Niederlage mit drei Toren hätte ein Penalty Shootout bedeutet und eine Niederlage mit vier Toren oder mehr, würden Platz vier bedeuten, da wir dann den direkten Vergleich gegen die Wölfe verlieren würden. Heißt also ganz einfach: gewinnen. Milan und Emil nahmen sich das zu Herzen und gaben die Marschrichtung vor. Doch nach dem schnellen Anschlusstreffer und Ausgleich durch Penalty, entwickelte sich wie auch schon zuvor das offene Spiel, in dem die Wölfe nach gut achteinhalb Minuten die erste 3-Tore-Führung erzielen konnte. In dieser Phase fehlte uns die letzte Präzision im Angriff und in der Abwehr waren die Lücken zu groß und die Gegentore somit viel zu einfach. Die schnell genommene Auszeit sollte noch mal für etwas Ruhe sorgen und die letzten Kräfte bündeln. Doch es folgte der Klassiker: nach eigener Auszeit ein weiteres Gegentor und somit -4. Nicht gut. So langsam wurde die Spannung genauso greifbar wie die stickige Luft in der Halle. Zweimal Emil und einmal Phil konnten in Minute 10 zum 5:8 verkürzen. Eine Minute vor Schluss musste Phil dann nach zu hartem Einsteigen mit einer 2 Minuten Strafe von der Platte. Sehr ärgerlich, zumal ein klarer Griff ins Gesicht gegen Phil zuvor ungeahndet blieb. Bei Minute 11:13 nahmen die Gastgeber dann ihre letzte Auszeit. Jetzt hieß es hinten einfach dicht zu machen und irgendwie an den Ball kommen. Doch es waren die Wölfe, die erneut die Lücke gefunden haben und bei 11:42 wieder den Abstand von vier Toren herstellen konnten. 18 Sekunden blieben also noch für das eine wichtige Tor. Doch aus dem Spiel heraus gelang uns der ersehnte Treffer nicht mehr. Bei 12:00 wurde uns ein letzter Freiwurf an der 9 m Linie zugesprochen. Emil trat an und setzte den Ball leider einige Zentimeter zu hoch über die Latte und somit war die Niederlage (9:5) besiegelt. Die Enttäuschung danach war riesengroß. 

Somit findet die Saison leider ein etwas unglückliches Ende. Nach einer sehr starken Vorrunde, einer noch stärkeren Hauptrunde gegen die sehr starke Konkurrenz, konnten wir uns leider wieder nicht für eine starke Leistung belohnen. So blieb schon wie zur Mini-WM erneut nur der vierte Platz. 

Nach etwas Abstand überwiegen aber die Positiven Dinge. Der Kern der Mannschaft erreichte in der Vorsaison noch Platz 10. Mit Platz 4 konnten wir uns also wesentlich steigern, zumal in der Vorsaison noch der 6 Platz für die Finalteilnahme ausgereicht hätte. Zudem erzielten wir sowohl in der Vorrunde als auch in der Hauptrunde die meisten Treffer und mit Emil und Edwin konnten wir zwei Spieler unter den Toptorschützen platzieren.  Wir haben in den letzten 10 Monaten viele großartige Momente erlebt. Allein, dass wir so lange um Metall mitspielen konnten, war so zu Beginn nicht zu erwarten. Auch außerhalb unseres Mannschaftsumfeldes haben wir viele neue Kontakte geknüpft und neue Freundschaften zu Spielern anderer Mannschaften und Verantwortlichen sind entstanden. Und im Endeffekt geht es vielleicht ja auch mehr darum als um das Metall, was dann irgendwo im Schrank hängt und verstaubt. Wir wollen den Kinderhandball, den sportlichen Respekt und das Fairplay weiterverbreiten. Und bei allen Erfolgswünschen darf der Spaß oder dürfen einzelne Kinder, die eben nicht so schnell laufen können oder so gut fangen können, niemals auf der Strecke bleiben. Diese Botschaften sind leider immer noch nicht bei allen Mannschaften und deren Anhängen angekommen, wie man am Finaltag leider wieder feststellen musste.

Wir bedanken uns recht herzlich bei den Gastgebern der Wölfe Erfurt. Ihr habt es geschafft, einen würdigen Rahmen für ein großartiges Finalturnier bereitzustellen. Verpflegung, Organisation, musikalische Untermalung waren topp und trugen maßgeblich zur fantastischen Stimmung bei. Wir gratulieren der VSG Oberdorla zur diesjährigen Meisterschaft. Weitere Glückwünsche gehen raus an den Zweitplatzierten Nordhäuser SV und an den drittplatzierten die Wölfe aus Erfurt.

Was nun noch bleibt ist Abschiednehmen von vielen Spielern und Spielerinnen. Neben Micha, Eric, Emily, Mila und Phil verlässt uns zudem nun auch das Trio Infernale EET – Emil, Edwin, Tim, nach mittlerweile drei Jahren E-Jugend. Alle werden hoffentlich zukünftig in der D-Jugend auf Punkte- und Torejagd gehen.

Ein letzter Dank und wahrscheinlich der größte geht raus an die Eltern, die wieder viele Wege auf sich genommen haben, um die Kinder auch noch in der entferntesten, kleinsten, kältesten oder wärmsten Halle unseres schönen Bundeslandes zu unterstützen. Danke für den vielen Kaffee, der nicht immer gut, aber ausreichend war. Danke für die Kaugummis, Dextros und Gummibärchen zur rechten Zeit. Danke auch an Susi für die vielen, vielen Fotos. Vielen Dank auch an André und Carsten für die Unterstützung auf der Trainerbank und fürs Übernehmen, wenn es bei mir dann doch wieder etwas emotionaler wurde. 

Bis bald und nicht vergessen, was immer sicher ist: die nächste Saison! (SK)