Mini WM Finalrunde in Deutschland (THC Bad Langensalza)

“Hands up for more” – unter diesem Motto startete am 26.11.2025 die Frauenhandball Weltmeisterschaft in Deutschland und den Niederlanden. Zu diesem handballerischen Großereignis fanden deutschlandweit viele Mini-WM Turniere statt und auch der THV richtete solch ein Turnier aus. Passend zum Finalspieltag der Frauen-EM fand auch das Finale der Mini-WM am 14.12.2025 statt. Nachdem wir mit der zusammengelegten E1 und E2 die Vorrunde in Ilmenau und die Hauptrunde in Behringen erfolgreich gestalten konnten, trafen wir nun als Ísland im Viertelfinale der KO-Runde in Bad Langensalza auf die Färöer-Inseln (HSG Suhl). Daneben qualifizierten sich die Teams aus Kroatien (Wölfe Erfurt), Schweiz (HBV Jena), Tunesien (Oberdorla), Österreich (ThSV Eisenach), Schweden (Nordhäuser SV) und Südkorea (Altenburger Land) ebenfalls für den Finalspieltag.
Der Austragungsort der Finalspiele konnte nicht passender sein, denn in der Salza-Halle, Heimstätte des Frauenbundesligisten Thüringer HC, wehte ein ordentlicher Hauch Profihandball: blauer Belag, riesige Anzeigetafel, Live-Stream und Hallensprecher verliehen dem Ereignis die passenden Rahmenbedingungen. Zudem durfte auch die Einlaufzeremonie der Nationen, zugegebenermaßen etwas holperig, nicht fehlen.

Nachdem der formelle Teil abgeschlossen war, hieß es für die meisten Mannschaften erst einmal warten. Denn so schön die Halle auch ist, es ist eben nur eine und auch nur mit einem Spielfeld. Ein langer, wenn nicht sogar der bis hierhin längste, Turniertag war also vorprogrammiert.
Unser Spiel gegen die Färöer-Inseln wurde als vierte Viertelfinalbegegnung angesetzt. Zur Freude der Trainer konnten wir personell aus den vollen schöpfen und mit 15 Kindern auf dem Spielbogen kam auch die Anzeigetafel knapp an die Grenze. Auf ging es also ins erste Spiel mit Micha im Tor sowie Friedrich, Annalena, Edwin, Tim, Emil und Vincent als Starter. Die Startaufstellung ließ also schon vermuten, wohin die Reise gehen sollte: mit Vollgas ins Halbfinale. Das war den Färingern aber erstmal egal und sie eröffneten die Partie mit dem 1:0 nach gut einer Minute. Wir brauchten etwas, um in die Partie zu kommen und erst nach gut drei Minuten konnte Tim den Ausgleich erzielen. Immerhin: bis dahin schafften die Färinger auch keinen weiteren Treffer. Der Ausgleich sollte für uns aber der Startschuss für einen kleinen Lauf sein und wir konnten durch Vincent, Tim und Edwin auf +4 wegziehen. Dann folgte eine ungewöhnliche Auszeit durch das Kampfgericht, denn es gab Probleme mit der elektronischen Spielberichtserfassung und einige Spieler mussten im laufenden Spiel neu eingetragen werden. Das dauerte leider sehr lange und störte den Spielfluss enorm und so schafften wir nach der Zwangsunterbrechung lediglich noch zwei weitere Tore. Mit einer 7:3 Führung ging es in die Pause. Diese hätte auch um ein Tor höher ausfallen können, aber Vincent scheiterte mit seinem Penalty am langsam besser werdenden Schlussmann der Färinger. Nach der Pause gestaltete sich das Spiel dann wesentlich offener. Zwar konnten wir durch Emil und Friedrich und auch durch Phil, als Ersatz für Annalena, die Färinger zwischenzeitlich auf fünf Tore Abstand halten. Dennoch schafften sie immer wieder einfache Durchbrüche auf den Halbpositionen und scheiterten dann entweder an Eric im Tor (Rotationswechsel für Micha) oder an unsauberen Abschlüssen. Sicher war das hier noch lange nicht und so konnte Trainer Steffen nicht wie gehofft durchrotieren und allen Kindern Spielanteile geben. Gut zwei Minuten vor Schluss verkürzten die Färinger auf zwei Tore und wir konnten durch Unsauberkeiten im Angriffsspiel nur noch vereinzelt für Entlastung sorgen. Das Spiel wurde insgesamt hektischer rund auch ruppiger. Letztendlich konnten Hugo, am Kreis für Edwin und Edwin, jetzt im Aufbau für Tim, durch ihre Tore den Abstand bis zum Schluss halten. Ganz nach der Devise „egal wie“, sicherte und ein knappes 13:11 den Einzug ins Final Four. Klar war aber auch, dass eine deutliche Leistungssteigerung für das Halbfinale nötig sein würde, um dort zu bestehen und das Ticket für das Finale zu lösen.


Im Halbfinale wartete Kroatien auf uns, welches sich klar mit 13:7 gegen die Schweiz durchsetzen konnte. Wir starteten mit der gleichen Aufstellung wie im Viertelfinale und kamen durch zwei Tore von Emil recht gut ins Spiel. Offensichtlich sehr motiviert erzielte Emil dann auch noch das Tor zum 3:1. In der Abwehr hatte sich die ganze Truppe etwas vorgenommen. Vom verunsicherten Auftritt gegen die Färöer war nun keine Spur mehr zu sehen und wir hatten die Kroaten weitestgehend gut unter Kontrolle. Den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 4:4 konnten Tim und Edwin mit zwei schnellen Toren kontern und zwangen die Kroaten dann zu einer Auszeit. Diese nutzte der Gegner dann für kleinere Anpassungen und der bis dahin eher unauffällige Justus Richardt, Denker und Lenker bei den Kroaten, fand nun durch Seitenverlagerung wesentlich besser ins Spiel und konnte bis zur Pause drei Tore erzielen und insgesamt seine Mitspieler auch besser in Szene setzen. Ein sehr gut aufgelegter Micha in unserem Tor verhinderte einige Male, dass sich das auch auf der Anzeigetafel widerspiegelte und so ging es mit einem leistungsgerechten 8:8 in die Pause. Die zweite Halbzeit sollte zwar weniger Tore parat halten, war dafür aber umso spannender. Mila kam zu ihren ersten Minuten und ersetzte Annalena. Gut zweieinhalb Minuten ließen beide Teams in der Defensive nichts zu, ehe Edwin für die erneute Führung sorgen konnte. Auch war er es, der nach Ausgleich und Führung durch die Kroaten für uns den Ausgleich erzielte und Friedrich dann zur erneuten Führung einnetzte. Dann wurde es etwas ruppig und gute fünf Minuten vor Schluss bekamen die Kroaten einen Penalty zugesprochen. Micha, immer noch on fire, konnte den Wurf mit einer starken Fußabwehr entschärfen und sorgte spätestens jetzt nicht nur bei den isländischen Anhängern für Stimmung auf den Rängen. Ein wahrer Krimi, der sich da abspielte. Leider haben wir den Ball dann nach diesem Erfolgserlebnis zu schnell hergegeben und dann doch noch den Ausgleich kassiert. Dreieinhalb Minuten vor Schluss sorgte Edwin dann für die erneute Führung zum 12:11. Leider war das dann auch die letzte Führung für uns in diesem Spiel. Offensiv liefen wir uns öfter fest, haben zu überhastet den Torabschluss gesucht und die Bälle zu schnell hergeschenkt. Defensiv schlichen sich einige Unkonzentriertheiten ein, die erst zum Ausgleich und anschließend zu einer zwei Tore Führung der Kroaten führte. Trotz aller Bemühungen und enorm hoher Einsatzbereitschaft schafften wir es leider nicht mehr erfolgreich zum Abschluss zu kommen. Einige klasse herausgespielte 1:1 Situationen konnte der kroatische Torhüter sehr stark parieren und irgendwie verließ uns dann auch das Spielglück. So bleibt am Ende leider nur eine äußerst bittere 12:14 Pleite und der verpasste Einzug ins Finale.



Aber uns blieb ja noch das Spiel im kleinen Finale um Platz 3. Dieses bestritten wir gegen alte Bekannte aus Schweden, die sich erfolgreich in ihrem Achtelfinale gegen Südkorea durchsetzen konnten, aber im Halbfinale gegen Tunesien unterlagen. Für uns galt es nun, nochmal alle Kräfte zu mobilisieren und vor allem nach der bitteren Niederlage den Kopf wieder freizubekommen. Einen besseren Start erwischten erst einmal die Schweden und so stand es nach gut einer gespielten Minute schon 0:2 aus unserer Sicht. Wir ließen uns von diesem starken Start jedoch erstmal nicht beeindrucken und hielten gut mit. Durch die Tore von Friedrich und Edwin konnten wir nach gut zwei gespielten Minuten auf 3:3 stellen. So langsam lief die Maschinerie der Schweden jedoch warm: der laufstarke Wilhelm, der quirlige Malte und eine kräftiger Albert hielten unsere Abwehr ordentlich auf Trab und ließ uns wenige Momente zum Verschnaufen und für Entlastung im Angriff. Das Spiel entwickelte sich fast genauso wie schon in der Hauptrunde: jedes Tor, was wir erzielten, konterten die Schweden mit zwei und somit ging es mit einem 7:12 Rückstand in die Pause. Nach dieser änderte sich leider nicht mehr viel. Die Schweden spielten ihren Stiefel ganz konzentriert runter und uns verließen so langsam die Kräfte und auch die Hoffnung trotz eines kleinen 2-Tore-Zwischenspurts durch Vincent. Immerhin konnten wir mit Phil ordentlich Robustheit einwechseln und so Alberts Durchbrüchen etwas entgegensetzen. Bei 16:45 und -5 nahmen Pascal und Steffen ein letztes Mal eine Auszeit. Sie nutzten die Gelegenheit, die Aufstellung noch einmal ordentlich durchzuwechseln, sodass alle Spielerinnen und Spieler etwas WM-Erfahrung sammeln konnten. Die Schweden beteiligten sich leider nicht an dieser Wechselorgie und zogen mit ihrer starken Sechs weiter durch. Den letzten Treffer für uns erzielte Hugo eine Minute vor Schluss zum zwischenzeitlichen 10:17. Micha konnte sich kurz vor Ende noch mal mit einem gehaltenen Penalty auszeichnen, ehe die Schweden dann den finalen Treffer der Partie zum 10:18 erzielten. Somit blieb trotz ansprechender Leistung nur der vierte Platz in diesem Turnier.



Die Enttäuschung insgesamt war erstmal groß und es fiel im ersten Moment schwer, dass Gewonnene und nicht das Verlorene in den Vordergrund zu rücken. Platz 4 ist für diese Mannschaft eine überragende Leistung und gerade das Spiel gegen die Kroaten hat gezeigt, dass wir nicht nur gegen unerfahrene Mannschaften performen können und zurecht an diesem Finalturnier teilnehmen durften. Viel hat nicht gefehlt für den großen Wurf und einer Medaille. Insgesamt hatten wir viele schöne Momente im Turnierverlauf und gerade die Defensive hat sich stabil entwickelt. Am Ende ist es wie bei den großen und es entscheiden Kleinigkeiten und vielleicht auch die Tagesform über Sieg oder Niederlage.

Besonderer Dank gilt mal wieder den Eltern und den Schlachtenbummlern, die sich diesen 8 Stunden Handballmarathon gegeben haben, um die Kinder lautstark und sportlich fair zu unterstützen. Vielleicht gelingt es dem ein oder anderen Anhang das eigene Niveau auch auf diese Ebene zu heben, was dem sportlichen Gedanken dieser Veranstaltung entsprechen würde. Herzlichen Dank an den Thüringer HC, der als Gastgeber nicht nur die Verpflegung und das warme Mittagessen bereitstellte, sondern auch mit der Location einen idealen Rahmen für dieses Turnier bereitgestellt hat. Etwas enttäuscht waren wir über die Siegerehrung, die für ein solches Event etwas lieblos daherkam. Klar, für die Plätze eins bis drei gab es ausreichend Metall und was für die Vitrine. Danach wurde es aber etwas trostlos, denn für die restlichen Teilnehmer gab es (hier fehlt kein Wort). Wie geht’s weiter… Nach der Weihnachtspause geht es für uns als HSG Ilm-Kreis II am 18.01.2026 mit dem ersten Spieltag in der Regionsoberliga weiter. Bis dahin wünschen wir allen noch eine schöne Adventszeit, friedliche Weihnachtsfeiertage und einen fantastischen Start ins neue Jahr.
(SK)
